Naturmatratzen für Allergiker – geht das?

Auf der Suche nach der passenden Matratze müssen Allergiker nicht nur auf Komfort, sondern auch auf die Zusammensetzung der Schlafunterlage achten. Eine Allergie auf Tierhaare, Hausstaub oder Latex schließt verschiedene Matratzenarten von vornherein aus. Der Matratzenkauf wird zur Herausforderung, wenn mehrere Allergien zusammenkommen. Die Daunenfüllung im Kissen fällt genauso weg wie die Matratze mit Naturkautschuk und ein allergikerfreundliches Encasing wird empfohlen. Doch müssen Allergiker deshalb ganz auf Naturmatratzen verzichten? 

Vor dem Kauf: Welche Matratze passt zu welcher Schlafposition?

Ist eine Matratze durchgelegen oder durch Stockflecken unansehnlich geworden, wird es Zeit, sie gegen eine neue austauschen. Selbst hochwertige Matratzen haben eine begrenzte Lebensdauer, so dass sie nach zehn bis fünfzehn Jahren ersetzt werden sollten. Damit die neue Matratze Liegekomfort bietet und dabei die Wirbelsäule stützt, sollte die Matratze nach der Schlafposition und der künftigen Belastung gewählt werden. 

Zunächst stellt sich die Frage nach dem Härtegrad. Entscheidend ist hier: Liegt nur eine Person im Bett oder teilt sich ein Paar die Matratze? Viele Ehebetten verfügen über zwei Matratzen. Der Grund? Insbesondere wenn sich die Schlafenden bei Position und Körpergewicht stark unterscheiden, kann die Nachtruhe darunter leiden. Mit nur einer Matratze ist jede Bewegung des Partners zu spüren. Die Lösung ist eine Matratze für jeden. Die unliebsame Lücke zwischen den beiden, die sogenannte Besucherritze, lässt sich mit einer Liebesbrücke schließen. Ein Matratzentopper sorgt für ein harmonisches Bild. Gleichzeitig beugt ein Matratzenschoner Verunreinigungen auf der Matratze vor. 

Wo zwei Matratzen liegen, braucht es auch zwei Lattenroste. Fällt die Entscheidung dennoch auf eine Matratze, können zwei darunterliegende Lattenroste verhindern, dass die Schlafenden nachts in die Mitte rollen. So erhöhen separate Lattenroste nicht nur den Schlafkomfort, sondern auch die Lebensdauer der Matratze. Denn eine Liegekuhle bildet sich nicht so schnell. 

Viele Matratzenanbieter erlauben heute das ausgedehnte Probeschlafen. Denn erst über Monate hinweg lässt sich sagen, ob die Matratze die richtige Wahl für die bevorzugte Schlafposition ist. Das kurze Probeliegen im Bettenhaus sagt wenig aus. Bevor eine Matratze online bestellt oder im Fachgeschäft gekauft wird, sollten sich Konsumenten fragen: Bin ich Seiten-, Bauch- oder Rückenschläfer? 

Unterschiedliche Matratzenarten bieten den verschiedenen Schlaftypen optimalen Halt. Der sich dem Körper anpassende Viscoschaum ist bei Seitenschläfern beliebt. Die punktelastischen Matratzen schmiegen sich an und bieten dennoch Stützkraft, ohne dass Sie in der Nacht in der Matratze versinken. Hochwertige Kaltschaummatratzen mit mehreren Belastungszonen sorgen für Druckentlastung, wovon vor allem Rückenschläfer profitieren. 

Natürlich gut schlafen – der Stoff, aus dem die Träume sind

Moderne Schaummatratzen können in Sachen Komfort punkten. Umweltfreundlich sind die synthetischen Matratzen jedoch nicht. Lange Zeit galten Kaltschaummatratzen als die ideale Wahl für Allergiker, aber geht es auch natürlich? Mehr als alle anderen Konsumenten sind Allergiker aufgefordert, das Kleingedruckte auf dem Etikett zu lesen. Woraus besteht die Matratze und was bedeutet das für den Schlafkomfort?

Menschen mit einer Hausstauballergie sollten auf Materialien mit hervorragenden Klimaeigenschaften achten. Eine gute Luftdurchlässigkeit beugt dem feucht-warmen Klima vor, bei dem sich die Spinnentiere wohlfühlen, auf dessen Ausscheidungen so sensibel reagiert wird. Im Idealfall ist die Matratze so aufgebaut, dass Milben es schwer haben, überhaupt ins Innere vorzudringen. Spezielle Encasings für Bettzeug und Matratze können auch nachträglich zugekauft werden. Sie haben einen weiteren Vorteil: Sie sind waschbar und bieten damit ein Hygiene-Plus.

Moderne Naturmatratzen verbinden die Vorzüge verschiedener Naturmaterialien für einen gesunden Schlaf. Eine Schlafunterlage aus Naturkautschuk, Kokosfaser und Baumwolle ist eine gleichermaßen gute Wahl für Hausstaub- und Tierhaarallergiker. Die verwendeten Naturmaterialien verströmen einen angenehmen Geruch. Frei von Schadstoffen besitzen solche Bio-Matratzen außerdem einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Entsprechende Siegel wie der OEKO-TEX Standard geben Auskunft über Anbau und Verarbeitung der Materialien. In Stichproben wird der Verzicht auf schädliche Chemikalien wie Lösungsmittel oder Pestizide überprüft. 

Die Latexallergie tritt als Kontaktallergie auf. Berühren Betroffene Stoffe, denen Latex beigemischt worden ist, reagieren sie mit Quaddeln, Atembeschwerden oder anderen allergietypischen Symptomen. Für Latexallergiker bieten sich wenig natürliche Alternativen beim Matratzenkauf, denn die meisten Naturmatratzen enthalten Latex. Wer gegen Naturlatex allergisch ist, sollte das Material generell meiden. Damit fällt auch ein vollständig von Baumwollstoff umschlossener Latexkern weg. 

Eine natürliche Alternative für Latexallergiker sind Taschenfederkernmatratzen. Diese Naturmatratzen werden mit Materialien wie Kokosfaser, aber auch Rosshaar oder Wolle gefüllt. Vorsicht bei zusätzlicher Tierhaarallergie! Das trockene Klima im Innern wirkt wenig anziehend auf Milben. Daher sind Taschenfederkernmatratzen mit Naturfüllung auch bei Hausstauballergikern eine Lösung.

Allergiker sollten sich generell vor dem Matratzenkauf eingehend mit den verwendeten Materialien auseinandersetzen, um eine sichere Kaufentscheidung zu treffen, mit der sie sich wohlfühlen.